Einmal im Jahr trifft sich das Deutsche ESD-Netzwerk, um mehr als nur Fortbildung anzubieten und den fachlichen Austausch zwischen ESD-Experten und Praktikern aus ganz Deutschland zu befördern. Dieses Mal traf man sich in Neuruppin.

Es sind die Details, in denen der Teufel steckt. Das ist in Malaysia nicht anders als in Niedersachsen. Gerade wenn es um die Themen EPA und ESD-Schutz geht, um kleine  Schludrigkeiten und große Auswirkungen. Bei der Veranstaltung ESD Netzwerk Live berichteten erfahrene Praktiker, wie sie Probleme gelöst haben – und gaben so den rund 50 Experten aus ganz Deutschland wertvolle Hinweise für den betrieblichen Alltag.
Andreas Werner etwa: Er berichtete über ESD-Schutz aus Sicht von Volkswagen Braunschweig. Während einerseits immer mehr elektronische Komponenten in Autos verbaut sind, ist das Bewusstsein für die permanente Bedeutung von ESD in einem mechanisch geprägten Unternehmen nicht immer sonderlich ausgeprägt. Also gilt es, Überzeugungsarbeit zu leisten, Mitarbeiter zu schulen wie zu sensibilisieren. Dieser Aufgabe könne ein ESD-Beauftragter allein aber gar nicht gerecht werden. Daher sei es absolut empfehlenswert, ESD-Teams zu schaffen, die aus den verschiedensten Unternehmensbereichen kommen. Produktion und Logistik, Anlagenplanung und Behälterbau. An der VW Akademie hat man parallel dazu begonnen, eine professionelle Ausbildung der ESD-Spezialisten zu koordinieren.

Aleksej Petri von ifm berichtete von Ionisation in der Fertigung flexibler Baugruppen und wie man sicherstellt, dass Ionenpumpen tatsächlich arbeiten oder es sofort sichtbar wird, wenn die eigentlich unsichtbaren Teilchen mal nicht mehr wie gewünscht im Einsatz sind. Gert Schindelbauer, der nach vielen Jahren bei Hofer eds in Lenting zwischenzeitlich als freiberuflicher, selbstständig arbeitender ESD-Experte unterwegs ist, öffnete den Teilnehmern sein Fotoalbum mit den kreativsten, skurrilsten und überraschendsten Bildern aus vielen Jahren ESD-Praxis und ESD-Audits. Fazit: In einigen Unternehmen können einem schon mal die Haare zu Berge stehen – und das nicht nur in Malaysia und der Türkei, wo man die ESD-Anweisungen oft nicht einmal lesen könne. Last but not least: Klaus Wagner von der Rohde und Schwarz GmbH in Memmingen berichtete unter der Überschrift  „Lessons learned“ von der Umsetzung der IEC DIN EN 61340-5-1 in der Elektronikfertigung. Sein Tipp an alle Teilnehmer: „Ohne zu messen, können Sie alles vergessen!“ Am Ende der von dem Journalisten Ulf Tietge kurzweilig und unterhaltsam moderierten Veranstaltung gab es ein Teilnahmezertifikat und eine klare Meinung im Publikum: Wir kommen im nächsten Jahr wieder!